„SwimStars“ als neues Schwimmlernprogramm vorgestellt
Berlin (dsv) Zwei Tatsachen haben in der Vergangenheit im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) immer wieder zu Diskussionen geführt: Über ein Drittel der Kinder und Jugendlichen und ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland können nicht oder nur sehr schlecht schwimmen. Hinzu kommen in Deutschland jährlich über 450 Todesfälle durch Ertrinken, viele davon Kinder und Jugendliche. Weltweit ist das Ertrinken von Kindern zwischen 5 und 15 Jahren sogar die häufigste unfallbedingte Todesursache.
Vor diesem Hintergrund unterstützt der Deutsche Schwimm-Verband das Schwimm-Lern-Programm „SwimStars“. Das Programm besteht aus logisch aufeinander aufbauenden Bausteinen, die ein ebenso abwechslungsreiches und Freude vermittelndes Technik- und Koordinationstraining garantiert. Mit dem SwimStars-Programm werden Kinder und Jugendliche entsprechend ihrer bereits erworbenen Fähigkeiten herausgefordert und mit jedem weiteren gelungenen Schritt belohnt. Durch den modularen Aufbau des Programms können Kinder z. B. in Ferien begonnene Kurse oder bei Ortswechsel „Ihren Kurs“ an der gleichen Moduleinheit aber an einem anderen Ort fortsetzen. SwimStars ergänzt die bisher bekannten Schwimmanzeichen, wie zum Beispiel das Seepferdchen und den Jugendschwimmpass durch farbliche Abzeichen, Urkunden und Motivationshilfen für Kinder.
„Die Zahl der fachlich ausgebildeten Sportlehrer nimmt weiter ab, ein Drittel der Kinder können nach Abschluss der Grundschule nicht schwimmen und die Zahl der Ertrinkungsfälle bei Kindern in den letzten Jahren gestiegen – das darf nicht länger hingenommen werden“ so DSV-Präsidentin Dr. Christa Thiel. Bei der Auftakt-Pressekonferenz am 4. März in Berlin erinnerte sie an die Worte des letzten DSB-Präsidenten Manfred von Richthofen, der ein „Grundrecht auf Schwimmen“ forderte.
Prominente Unterstützung aus der Politik erhält der Deutsche Schwimm-Verband durch die Schirmherrin des Projektes, der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Dr. Kristina Schröder: „Schwimmförderung sollte möglichst viele Kinder und Jugendliche erreichen. Dazu gehört vor allem eines: Freude am Schwimmen. Genau darauf baut das neue Schwimmlernprogramm auf.
Aber nicht nur aus Gründen der Vorsorge und des Schutzes der Jugend hat sich der DSV entschlossen, das Projekt SwimStars zu unterstützen. Ebenso ist es nach Auffassung des Verbandes von überaus großer Bedeutung, dass der nach Meinung vieler Mediziner „gesündeste Sport überhaupt“ nicht länger nach veralteten pädagogischen Prinzipien gelehrt wird. Im Vordergrund muss beim Schwimmen lernen die Freude der Kinder stehen: „Wer von Beginn an lernt, technisch sauber und effektiv zu schwimmen, hat eher und länger Spaß daran“, so einer der Väter der SwimStars-Idee Jürgen Greve.
Auch einer der aktuellen Stars des Deutschen Schwimm-Verbandes, Doppelweltmeister Paul Biedermann, unterstützt das Projekt: „Technisch richtiges Schwimmen lernen ist Grundvoraussetzung für den sportlichen Erfolg.“ Der Hallenser hat in seiner Jugend einen holprigen Start in den Schwimmsport erlebt. „Nachdem ich bei meiner ersten Seepferdchenprüfung durchgefallen bin, war ich beim zweiten Mal übermotiviert und bin wie eine bleierne Ente geschwommen. SwimStars dagegen lehrt technisch sauberes Schwimmen, verbunden mit vielen Motivationshilfen für die Kinder.“
SwimStars bietet Vereinen, privaten Schwimmschulen, Badbetreibern und Sportlehrern die neuesten pädagogischen Erkenntnisse aus Theorie und Praxis. In einem Handbuch und durch ein elfstufiges Abzeichensystem werden die Lerninhalte anschaulich vermittelt.
Neben dem Deutschen Schwimm Verband unterstützen die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) als Hauptsponsor und der Schwimmsportartikelhersteller Speedo als Partner das Projekt SwimStars. Hierdurch wird SwimStars eine möglichst rasche und flächendeckende Umsetzung ermöglicht. Nach der Auftaktveranstaltung in Berlin werden in den kommenden Wochen alle Schwimmvereine über das Projekt SwimStars informiert. Darüber hinaus wird ein Informationsstand bei ausgewählten Wettkämpfen vor Ort präsent sein.








